Warum soll ich überhaupt schneller Lesen?


Dies ist ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht, warum ich mein Lesetempo erst mal nicht steigern wollte.


Warum überhaupt schneller lesen?

Schneller lesen, das Wesentliche aus Texten rasend flott herausfiltern und alles Wichtige auch noch behalten. Ein Buch innerhalb von 20 Minuten so lesen und durcharbeiten, dass nichts Neues mehr drinsteht und man es mit einem guten Gefühl wegpacken kann. Einen Berg von ungelesenen Büchern innerhalb von Minuten abtragen und erleichtert merken, bei welchen davon das Lesen eine Quälerei und damit unnötig ist.


Das ist für viele Menschen in unserer Wissensgesellschaft verlockend. Auch ich hatte mir früher oft gedacht, wie schön es wäre, noch schneller lesen zu können. Dann könnte ich spannendes Wissen und anregende Informationen noch schneller aufsaugen, denn ich bin vielseitig interessiert. Vielleicht kennen Sie das Buch von Barbara Sher? Sie hat das faszinierende Konzept der Scanner-Persönlichkeiten beschrieben.

Vielseitiges Interesse


Es gibt Menschen, die es lieben, mit einer Vielzahl an Eindrücken, Interessen und Möglichkeiten zu jonglieren. Ich gebe zu, dass ich selber auch eine unbändige Neugier auf ganz unterschiedliche Themen und Wissensgebieten habe. Es kommt nicht von ungefähr, dass ich sowohl Betriebswirtin bin als auch Germanistik, Europäische Ethnologie und Mediävistik (M.A.) studiert habe.


Festlegen auf nur ein einziges Wissensgebiet ist für Scanner-Persönlichkeiten schwierig. Und weil ich es lieber leicht habe, schränke ich mich nicht mehr ein. Viel lieber tummle ich mich in ganz bunten und unterschiedlichen Themengebieten.

Lust auf Erfolg

Lesen wird oft als Grundlage des Erfolges gesehen. Sehr viele herausragend erfolgreiche Menschen lesen überdurchschnittlich viele Bücher. Es gibt einen großen Unterschied zwischen Wissen und Informationen. Informationen kann ich mir ohne Mühe zusammensammeln. Wissen allerdings geht tiefer, es ist vernetzter. Wenn Sie echtes Wissen über etwas haben, dann sind Ihnen die Zusammenhänge klar. Dadurch können Sie das Wissen auch einordnen und bewerten. Gerade die Bewertung ist wesentlich, denn nur sie schützt uns davor, Fake News mit relevanten Neuigkeiten zu verwechseln.


Es ist in unserer Leistungsgesellschaft also überaus attraktiv, schneller lesen zu können, um noch mehr Wissen aufzusaugen. Eine Frage allerdings trieb mich lange um, bevor ich selbst eigene Erfahrungen mit Schnell-Lese-Techniken gemacht habe:


Bitte nicht noch mehr Stress


Wir leben in einer Zeit, in der alles immer schneller wird. Immer mehr Aufgaben sammeln sich auf der ToDo-Liste und wir kämpfen darum, hoch gesteckte Ziele zu erreichen. Es geht um Selbstoptimierung und Potentialentfaltung. Es geht darum, noch optimierter und effizienter den Tag zu verbringen, um noch mehr zu schaffen und noch weiter zu gelangen. So stecken wir uns hohe berufliche Ziele, investieren viel Zeit und Kraft und wollen gleichzeitig unser Privatleben so ideal wie möglich führen:


Vielseitig interessiert auch im privaten Rahmen wollen wir regelmäßig ins Theater gehen, in Ausstellungen, in schöne Restaurants. Gleichzeitig wollen wir perfekte Mutter/perfekter Vater mit einer Engelsgeduld und viel Qualitätszeit sein, dabei natürlich auch perfekte Geliebte sein und intensive Freundschaften genießen. Ebenfalls gleichzeitig sportlich und attraktiv sein, sich pflegen und das Leben genießen.

Das alles ist wunderbar, aber wie soll man das alles schaffen, bitte?

Und dann soll man auch noch beim Lesen auf's Gaspedal drücken?


Diese Art, die Welt zu sehen und das Leben zu gestalten, hat einen sehr hohen Preis, wenn man die andere Seite der Medaille aus dem Blick verliert: Viele quetschen sich aus wie eine Zitrone.

Sie verplanen jede Minute des Tages und wollen eine möglichst hohe Effizienz, damit sie alles schaffen, was an inneren und äußeren Erwartungen hinter jeder Ecke lauert. Das gilt für berufliche und private Erwartungen, denn beide sind hoch.


Puh.


Und jetzt auch noch das Lesen beschleunigen? Die letzte Oase der Ruhe und Stille? Was ist mit dem Genuss, in fremde Welten abzutauchen, sich fort spülen zu lassen und endlich mal loszulassen, so dass das eigene Leben verblassen kann und der ganze Druck abfällt? Was ist mit dem genüsslichen Fortfliegen der Gedanken? Mit dem inneren Abtauchen und dem Schmecken von herrlichen Formulierungen?


Soll das alles jetzt auch noch dem hektischen Schneller-schneller-Wahn zum Opfer fallen?


Richtiges Lesen reduziert Stress


Für mich hat Schnell-Lesen überhaupt nichts mit Stress zu tun. Ganz im Gegenteil und zwar aus zwei Gründen:

​​

1. Erweiterung der eigenen Lesetechniken


Seit ich selbst intensiv mit meinen Methoden Bücher aufsauge, unterscheide ich sehr scharf zwischen beruflichem Lesen und Genuss-Lesen. Wenn ich ein Buch genießen will, dann tue ich das! Dann schmecke ich genüsslich Zeile für Zeile und lasse mich verführen von anderen Welten. Beim Genuss-Lesen geht es mir ja gar nicht um Tempo und um Effizienz, daher lese ich Flaubert oder 1001 Nacht weiterhin langsam.


Der Punkt ist, dass ich mit Motion Reading mehrere Lesetechniken besitze, aus denen ich wählen kann. Beim beruflichen Lesen geht es mir ja um Informationsaufnahme und da will ich mich nicht um Ballast kümmern, sondern knackig und auf den Punkt lesen.


Daher braucht es einen ganzen Werkzeugkoffer voller verschiedener Lesetechniken.


2. Entspannung

Entspannter Zustand fördert schnelleres Lesen

Einer der verblüffendsten Effekte, den ich aus heutiger Sicht mit Schnell-Lesen in Verbindung bringe, ist das Erlebnis der Entspannung. Zu Beginn hätte ich Entspannung niemals mit Schnell-lesen-können in Verbindung gebracht. Es war für mich glasklar, dass das eine das andere ausschließt.


Umso erstaunter war ich, als ich das erste Mal mit einer sanften und tiefen Entspannung Schnell-Lese-Techniken ausprobiert habe. Heute komme ich beachtlich schnell in einen herrlichen relaxten Zustand, während ich Bücher durcharbeite. Das ist ein Genuss, den ich nie wieder missen möchte. Meine Lebensqualität ist massiv gestiegen.


Allerdings war das bei mir ein Prozess, von dem ich kurz berichten mag. Ich habe mich zu Beginn nicht nur gefragt, ob Schnell-Lesen stresst und ob ich auf mehr Stress überhaupt Lust habe.


Lange, sehr lange ich mir noch eine weitere Frage gestellt:


Schnelleres Lesen – passt das zu mir?


Ehrlich gesagt, bin ich um das Thema Schneller Lesen erst einmal herumgeschlichen wie die Katze um den heißen Brei. Ich hatte mich oberflächlich immer wieder damit beschäftigt, auch immer wieder von verschiedenen Leuten etwas davon gehört. Wirklich ausprobiert habe ich es lange nicht.


Denn: Ich bin Lerncoach. Ich führe eine eigene Lerncoaching-Praxis und beschäftige mich schon lange damit, wie Menschen schneller und leichter lernen können. Es gibt eine Menge Tricks, die eigentlich in der Schule beherzigt und weiter gegeben werden sollten.


Jedenfalls hatte ich irgendwie die Sorge im Hinterkopf: „Was, wenn es bei mir nicht funktioniert? Was ist, wenn es bei den meisten anderen klappt, aber nicht bei mir?“


Weil ich Expertin für schnelles und erfolgreiches Lernen bin, hätte ich vermutlich ein Identitätsproblem bekommen, wenn ich Schnell-Lese-Techniken bei mir nicht hätte anwenden können.


Wenn Erfahrungen nicht mit unserer Identität zusammengebracht werden können, rüttelt das kräftig an unserer Persönlichkeit! Wir wollen uns ja schließlich in Übereinstimmung mit uns selbst fühlen. Erfahrungen, die unsere Identität in Frage stellen, meiden wir daher lieber, das ist sicherer für unser Selbst.

be: Das, was ich bin (oder zu sein glaube) ...

do: ... muss zu dem passen, was ich tue,

have: damit ich die Ergebnisse habe, die ich mir wünsche


Nachdem ich also nicht sicher war, ob auch ich Schnell-Lese-Techniken lernen kann, habe ich erst mal die Finger davon gelassen. Diese Phase hat einige Jahre bei mir gedauert. Mittlerweile frage ich mich natürlich, warum ich mich nicht schon viel früher ins Schnell-Lesen gestürzt habe – hinterher ist es leicht, sich über ein langes Zögern zu wundern.


Nun bin ich schon dabei, alles auszupacken und da kommt noch eine weitere Frage dahergepurzelt. Folgende Überlegung hat mich ebenfalls lange vom Schnell-Lesen abgehalten:


Ich lese schon schnell, kann ich mich noch steigern?


Warum soll ich mich mit Schnell-Lesen befassen, geschweige denn, mich zu einem Training anmelden, wenn ich mir nichts davon erwarte...


Der Zweifel saß tief, ich habe oft zu mir gesagt: „Ich lese doch eh schon sehr schnell, kann dann eine Schnell-Lese-Technik überhaupt noch was bringen? Und muss ich das dann ewig lange üben, was schrecklich langweilig ist?“


Hui, was habe ich mich geirrt! Weder langes Üben noch Langeweile haben sich eingestellt und funktioniert hat es phänomenal. Das wusste ich aber erst, nachdem ich über meinen Schatten gesprungen bin und mich endlich zu einem Training angemeldet habe.


Gehirngerechtes Lesen


Rückblickend weiß ich, dass ich manche Techniken unbewusst bereits angewendet habe und aus diesem Grund flott war beim Lesen. Ich hätte ohne diese Techniken niemals zwei Studiengänge absolvieren können, parallel zu einem fordernden Job in einer Bank und während meine beiden Kinder noch klein waren.


Auch in meinen Trainings habe ich immer wieder Teilnehmer, die mir berichten, dass sie Elemente von Motion Reading sowieso schon anwenden. Das freut mich immer sehr. Zum einen zeigt das, dass die Methoden wirklich gehirngerecht sind. Manche Menschen wenden sie unbewusst an, geben sich oft aber keine Erlaubnis dafür und fühlen sich dann schlecht beim Lesen. Zum anderen zeigt es, dass die Techniken erlernbar und systematisierbar sind.


Im Training systematisieren wir alle Methoden so, dass sie sowohl für natürliche Schnell-Leser als auch für Legastheniker oder Langsam-Leser eine Erleichterung bedeuten. Egal, von wo jemand beim Tempo startet, Motion Reading​​​ bietet verschiedene Effekte:


  • Die Steigerung der Lesegeschwindigkeit (eh klar)
  • Besseres Behalten der wesentlichen Informationen
  • Höhere Konzentration
  • Tiefere Entspannung (auch wenn das paradox anmutet)
  • Zielgerichtetes Vorgehen und damit Aufsaugen der wesentlichen Informationen eines Textes
  • Effizienteres Vorgehen auch in anderen beruflichen Situationen

Erst Skepsis, dann Enthusiasmus

Begeistert vom Schnell-Lesen

Jetzt muss ich es pathetisch ausdrücken, es hilft alles nichts: Das Schnell-Lese-Training hat mein Leben verändert. Nicht nur, weil ich all die Phänomene, die ich zu Beginn dieses Blog-Artikels erwähnt habe, ganz selbstverständlich jeden Tag erlebe; es sind noch weit mehr erstaunliche Erkenntnisse und Erfahrungen hinzugekommen.


Meine Erfahrungen als Lerncoach und die Schnell-Lese-Trainings-Ausbildung, die ich sofort nach meiner Teilnahme gestartet habe, habe ich zu einem Seminarkonzept zusammengeschweißt und meine Methode Motion Reading genannt. Dafür (und aus reiner Neugierde) habe ich viel herumprobiert sowie Experimente und Selbstversuche gestartet.


Seither erlebe ich selbst, was mir auch meine Teilnehmer immer wieder bestätigen: Meine Intuition beim Lesen ist schärfer und wacher geworden und nicht nur dort. Außerdem ist das Leichtigkeitsgefühl im Leben noch mal angestiegen, was ich vorher nicht gedacht hätte. Das Sahnehäubchen ist, dass Lesen immer leicht geht, wenn man einen einzigen Trick anwendet. Das gilt übrigens nicht nur für Lesen, sondern natürlich auch für das Lernen. Der Trick, mit dem Lernen immer leicht ist. Gibt es sowas? Ja, definitiv und er wirkt nicht nur bei mir, sondern auch bei allen, die ihn ausprobieren und Lust haben, sich darauf einzulassen.


Warum das „Darauf einlassen“ wichtig ist? Nun, es gibt auch Menschen, bei denen der Glaubenssatz, dass Lernen harte Arbeit wäre, so tief mit ihrer Identität verwurzelt ist, dass es schwer ist, sich davon zu lösen. Allerdings weicht er sich auf, sobald jemand einmal erfahren hat, wie leicht es ist und wie viel Spaß es macht, Informationen ganz einfach in sich aufzusaugen, ohne sich furchtbar anstrengen zu müssen.


Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass wir uns alle lieber wohl fühlen als uns hart anzustrengen. Beim Lesen beschleunigt diese Haltung paradoxerweise die Lesegeschwindigkeit.


Schneller lesen ist besser als Dope

Wenn mich ein Thema beschäftigt, dann umgebe ich mich mit mehreren Büchern, die etwas dazu zu sagen haben. Diese Bücher arbeite ich mit Motion Reading konsequent durch.


Dabei können in kurzer Zeit ganz erstaunliche Erkenntnisse herauskommen, die ich mit traditionellem Lesen nicht oder nur mit viel mehr Zeiteinsatz gewinnen könnte. Ich habe mittlerweile ein deutlich fundierteres Verständnis darüber gewonnen, wie Lernen tatsächlich funktioniert und was schnelles und leichtes Lernen fördert. Mittlerweile weiß ich, was beim Lernen im Gehirn geschieht und kann es an meine Teilnehmer weitergeben.


Ich habe mein eigenes Lernen oft wie im Rausch erlebt, was besser ist als jede Droge. Unser Körper produziert selbst einen Haufen Drogen und steuert uns damit.


Schneller lesen: Gehirn Glück

Wie können wir unser Gehirn dazu animieren, mehr herrliche Dopamine, Endorphine, Serotonine auszuschütten? Durch Gedanken und durch Erfahrungen. Wie das ganz genau funktioniert, werde ich in einem späteren Artikel erzählen.


Lesen Sie wohl!

Ihre 

Astrid Brüggemann

Motion Reading

Motion Reading ist eine systematisierte und moderne Schnell-Lese-Technik, mit der man wesentliche Informationen aus Texten ungewöhlich schnell erfassen und verarbeiten kann.

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