Wie einen Lernplan erstellen, der funktioniert?

Wie kannst du einen Lernplan erstellen, an dem du auch dranbleibst, weil du nämlich Lust darauf hast? Hier bekommst du eine ausführliche Anleitung.

Du bereitest dich gerade auf's Abitur oder auf Prüfungen an der Uni vor und weißt gar nicht, wie du das alles schaffen sollst? Du willst ein bestimmtes Lernziel in einer bestimmten Zeit erreichen? Mache dir einen Lernplan und du wirst sehen, dass sich viele Probleme beim Lernen in Luft auflösen werden.

Einen Lernplan zu erstellen ist so einfach wie wirkungsvoll. Es gibt kaum eine andere Strategie beim Lernen, die so wirksam ist, wenn man sie richtig einsetzt - und die gleichzeitig so oft missverstanden wird. Daher habe ich hier alles Wichtige so zusammengefasst. Ab sofort kannst du nun selbst einen Lernplan erstellen, der wirklich funktioniert, weil du nach dem Lust-Prinzip vorgehst.

Erfahre die 5 Schritte, die du einhalten solltest, damit du den Lernplan auch wirklich durchziehst. So kannst du dich gelassen auf's Abitur oder andere Prüfungen vorbereiten und weißt sicher, dass du alles schaffst.

So erstellst du einen funktionierenden Lernplan

Schritt 1

Lernplan erstellen Schritt Nr. 1:

1. Was musst du bis wann können?

Oft höre ich von Lernenden, die sich einen Lernplan erstellen, dass sie so vorgehen: Erst mal schauen sie, wie viel Zeit sie überhaupt für's Lernen erübrigen können. Dann bauen sie noch Pausen- und Pufferzeiten ein. Irgendwann kommt eine Zeit heraus, die dann für das Lernen verplant wird. Diese Zeit wird dann gefüllt mit Themen, die abgearbeitet werden sollen.

Ganz ehrlich: Das kannst du machen, wenn du nur so vor dich hinlernen willst. Jedoch nicht einmal dann macht es Spaß, mit so einem Plan zu lernen.

Willst du aber das Abitur schaffen? Oder willst an der Uni die Klausurenphase erfolgreich hinter dich bringen? Dann hast du ja eine bestimmte Stoffmenge, die du wissen musst. Für diesen Fall brauchst du andere Strategien.

Schritt 1 ist daher, dass du herausfindest, was du für jedes Fach an Stoff alles beherrschen musst. Du suchst dir somit sämtliche prüfungsrelevanten Lehrbücher, Themen, Kapitel, Modelle, Wortlisten, Operatoren, Skripte und Folien zusammen. 

Am einfachsten ist dieser Schritt, wenn du für jedes Fach ein Lehrbuch hast, in dem alle prüfungsrelevanten Themen im Inhaltsverzeichnis aufgelistet sind. Vielleicht gibt es einen offiziellen Lehrplan, den du dafür verwenden kannst oder eine andere Liste mit sämtlichen prüfungsrelevanten Themen.

Nehmen wir mal an, es gibt ein Lehrbuch mit sämtlichen Themen. Wenn das der Fall ist, gehst du zum nächsten Schritt über.


Schritt 2

Lernplan erstellen Schritt Nr. 2:

2. Wie lange brauchst du für jedes Thema?

Jetzt hast du also den kompletten Stoff, den du beherrschen musst, in einer Übersicht. Damit du berechnen kannst, wie lange du für jedes Thema brauchst, hat sich Folgendes bewährt:

Du nimmst dir zuerst das Fach vor, das dir am leichtesten fallen wird. Dann überlegst du dir beim ersten Thema oder Kapitel, wie lange du ungefähr dafür brauchen wirst. Wenn es dir schwer fällt, das zu beurteilen, dann schau auf die Unterthemen. Für ein kleines Unterthema wirst du vielleicht eine Viertelstunde brauchen oder auch nur 10 Minuten. 

Wenn du beim ersten Kapitel eingeschätzt hast, wie lange du dafür brauchen wirst, dann machst du das für jedes weitere Kapitel ebenfalls.

Schematischer Lernplan_Themen

Schematischer Plan für das Ausrechnen der gesamten Lernzeit

So gehst du jedes einzelne Thema durch und ermittelst eine Gesamtzeit für jedes Thema.

In dieser Gesamtzeit sollte alles an Stoff enthalten sein, was du brauchst. Bitte schätze auch die Lernzeit für alle Modelle, Fachwortlisten, Definitionen, Operatoren und eben alles, was du wissen musst.

Mit Inhaltsverzeichnis Lernplan erstellen

Inhaltsverzeichnis mit der Lernzeit links am Rand

Auf diese Weise bekommst du einen hervorragenden Überblick über alles, was du können musst. Es geht dir nichts durch die Lappen und du weißt genau, was auf dich zukommt. Das gibt dir Sicherheit beim Lernen.

Außerdem kannst du pro Fach ausrechnen, wie viele Stunden du zum Lernen brauchst. 

In diesem Inhaltsverzeichnis siehst du ganz links am Rand mit Bleistift die Zeitangaben. So kannst Du das auch machen, wenn du so ein Inhaltsverzeichnis hast.






Schritt 2 ist dann vollendet, wenn du für alle Fächer und für alle Themen deines Lernplanes eine Auflistung erstellt hast und genau weißt, wie lange du für jedes Thema brauchen wirst und einen guten Überblick hast.


Schritt 3

Lernplan erstellen Schritt Nr. 3:

3. Wie viele Stunden Lernzeit pro Fach?

Wenn du alle Einzelthemen mit einer Minuten- oder Stundenzahl versehen hast, dann kannst du dich nun daran machen und alles zusammenzählen. Du brauchst pro Fach eine Gesamtstundenzahl.

Hier ein Beispiel, wie die Gesamtstunden für ein Abitur aussehen könnten: 

  • Geschichte 32 Stunden
  • Mathe 85 Stunden
  • Deutsch 24 Stunden
  • Englisch 29 Stunden
  • Insgesamt: 170 Stunden

Lass dich von der beispielhaften Stundenzahl nicht irritieren, das ist wirklich nur exemplarisch und kann bei dir völlig anders aussehen.

Warum ist es wichtig, die gesamten Stunden zu kennen, die du lernen musst, um alles zu schaffen? Du hast nur Vorteile davon:

a) Wenn du noch viel Zeit bis zur Prüfung hast... 

Du kannst genau errechnen, wann du anfangen solltest. Es verblüfft mich immer wieder, dass viele Abiturienten nicht genau wissen, wann sie eigentlich anfangen sollten zu lernen. Mit der Gesamtzahl der Lernstunden kannst du leicht ausrechnen, wann du anfangen willst - sofern du weißt, wie viele Stunden pro Tag du lernen willst.

b) Wenn du nicht mehr viel Zeit bis zur Prüfung hast... 

Du weißt genau, wie viele Stunden pro Tag du lernen musst. Wenn du nur noch 4 Wochen Zeit hast bis zur ersten Prüfung, kannst du genau ermitteln, wie viel Lernzeit du bis dahin investieren musst.

c) Du kannst immer lustbetont lernen

Ich habe eine Lerncoaching-Praxis und wenn ich Schülern oder Studenten diesen Punkt erläutere, dann runzeln die meisten erst mal die Stirn. Lustbetont lernen? Bei einer Prüfungsvorbereitung? Wie soll das gehen? Wie das geht, erläutere ich unten in Schritt Nr. 5. Die Voraussetzung dafür ist allerdings eine Gesamtstundenzahl, die du ausrechnest, daher erwähne ich das hier schon mal.



Schritt 4

Lernplan erstellen Schritt Nr. 4:

4. Wie viele Stunden Lernzeit pro Tag?

Wenn du genau weißt, wie viele Stunden du insgesamt lernen wirst, dann kannst du dir über die Verteilung Gedanken machen.

- Variante 1: Du bist früh dran

Wenngleich du momentan in der komfortablen Situation bist, dass deine Prüfung noch nicht direkt vor der Tür steht, kann sich das schnell ändern. Nutze also den Lernplan, um ein optimales Prüfungsergebnis zu erzielen.

Wenn du noch viel Zeit hast, ist dieser Schritt der wichtigste, darum solltest du hier besonders sorgfältig nachdenken, was für dich realistisch und machbar ist. Anders ausgedrückt: Wenn du hier ehrlich zu dir bist, dann steigt die Wahrscheinlichkeit enorm, dass du deinen Lernplan auch durchziehst und richtig gute Ergebnisse haben wirst. 

  1. Überlege dir, wie viele Stunden pro Tag du lernen willst. 
  2. Teile deine Gesamtlernzeit durch die Anzahl der Stunden, die du pro Tag lernen willst.
  3. Das Ergebnis ist die Anzahl der Tage, die du brauchst, bis du mit dem kompletten Stoff durch bist.

Nun musst du vielleicht noch etwas jonglieren und die Anzahl der täglichen Stunden anpassen. Ich gebe dir ein Beispiel: Wenn deine Gesamtlernzeit 170 Stunden sind und du jeden Tag nur bereit bist, 3 Stunden zu lernen, dann brauchst du fast 57 Tage. Hast du tatsächlich noch so viel Zeit? Bedenke, dass ein Tag pro Woche komplett lernfrei bleiben muss.

- Variante 2: Die Zeit ist schon knapp

Zeitdruck kann einen hervorragend motivieren, kennst du das? Wenn du nicht mehr viel Zeit hast, dann kannst du jetzt wirklich optimiert lernen. Es gibt Lerntypen, die unbewusst das Lernen so lange vor sich her schieben, bis es fast schon zu spät ist. Dafür lernen sie dann aber wirklich höchst effizient. Allerdings ist das die anstrengendere Variante.

So gehst du vor:

  1. Rechne dir aus, wie viele Tage du bis zur ersten Prüfung noch hast. Lass mindestens 1 Tag pro Woche komplett frei.
  2. Rechne dir aus, wie lange du pro Tag lernen musst: Teile die Gesamtsumme an Stunden, die du brauchst, durch die Anzahl der Tage, die du noch hast.

Bei dem Beispiel mit den 170 Stunden könnte die Rechnung so aussehen: Du hast noch gute 4 Wochen bis zur ersten Prüfung. Das sind mit einem freien Tag pro Woche 28 Tage. Daraus folgt, dass du jeden Tag 6 Stunden lang lernen musst, um den kompletten Stoff abhaken zu können. Natürlich kannst du das dann noch etwas strecken, weil du ja bis zur ersten Prüfung nicht alle Fächer durch haben musst.

Ich habe dir hier ein Beispiel mitgebracht, wie so ein Lernplan aussehen könnte. Hier siehst du, wie viele Stunden pro Tag du lernst.

Lernplan-Excel

Schritt 5

Lernplan erstellen Schritt Nr. 5:

5. Lerne lustbetont und denke an Wiederholungen

Vielleicht hast du dich schon gewundert, dass es bisher nur um die Zeit ging und nicht um die Themen, die du lernst. Das Besondere an diesem Lernplan ist ja, dass du (fast) komplett lustbetont vorgehen kannst.

Dafür musst du einen wichtigen Grundsatz für erfolgreiches Lernen verstehen: Wir lernen IMMER die Gefühle mit dem Stoff zusammen. Wenn du zum Beispiel Mathe immer mit schlechter Laune lernst, dann verbindest du die schlechte Laune ganz stark mit dem Fach. Damit wird es immer nerviger und schwieriger für dich, Mathe zu lernen. Das kannst du durchbrechen, wenn du lustbetont lernst.

Nun überlege mal: Du weißt, dass du jeden Tag zum Beispiel eine gute Stunde Englisch lernen musst. Außerdem weißt du, wie viel Zeit du für die einzelnen Themen geplant hast. Also folgt daraus, dass du jeden Tag Rosinen picken darfst: Du überlegst einfach vor jeder Lernsequenz, auf welches Englisch-Thema du heute Lust hast. An einem Tag vielleicht mehr Vokabeln, an einem anderen Tag lieber Grammatik und dann wieder nur Inhaltliches über Land und Leute.

Wenn du ein Thema fertig hast, dann streichst du es voller Freude auf deiner Übersicht durch. Bei lustbetontem Lernen musst du natürlich genau nachvollziehen, welche Kapitel und Themen du schon gelernt hast und was noch fehlt. Das hast du ja in Schritt 2 vorbereitet.

Nun geht es an's Lernen! Dafür habe ich natürlich auch noch jede Menge Tipps und Tricks. Einen will ich hier schon erwähnen, weil er so wichtig ist: VOR jeder Lernsequenz wiederholst du das, was du das letzte Mal in dem Fach gelernt hast und NACH jedem Lerntag gehst du alles ganz kurz noch mal durch, was du an diesem Tag alles gelernt hast. Diese beiden Wiederholungssequenzen dauern nicht lange und sorgen gleichzeitig dafür, dass du alles Gelernte auch gut abspeichern kannst.

Vorteile dieses Lernplans

  • Du weißt genau, dass du alles schaffst
  • Du weißt genau, wann du mit dem Lernen für diesen Tag Feierabend hast und kannst dich guten Gewissens Dingen widmen, die noch mehr Spaß machen als Lernen 🙂
  • Du hast einen Tag pro Woche frei, den du ebenfalls ohne schlechtes Gewissen verbringen kannst
  • Du wiederholst das Gelernte, solange es noch frisch ist, dadurch bleibt es besser im Gedächtnis
yippie, der Lernplan funktioniert

Yippie, der Lernplan funktioniert!

Zusammenfassung

Wie erstelle ich einen Lernplan
  1. Finde alle prüfungsrelevanten Themen und Kapitel heraus
  2. Notiere dir für jedes Thema, wie lange du zum Lernen brauchen wirst
  3. Ermittle eine Gesamtsumme an Stunden. Jetzt weißt du, wie viel Zeit du insgesamt brauchst. Das bedeutet für dich, dass du die Themen in deiner Lieblingsreihenfolge lernen kannst. Du kannst dich vor jeder Lernsequenz fragen: Worauf habe ich jetzt Lust?
  4. Berechne die durchschnittlichen täglichen Lernstunden, die du brauchst.
    - Rechne dir aus, wie viele Tage du bis zur ersten Prüfung noch hast. Lass mindestens 1 Tag pro Woche komplett frei.
    - Teile die Gesamtsumme an Stunden, die du brauchst, durch die Anzahl der Tage, die du noch hast.
  5. Nimm einen Kalender und schreibe dir für jeden Lerntag auf, wie viele Stunden du lernen wirst und lerne lustbetont, mit Wiederholungen vor jeder Lernsequenz. So kannst du wirklich mit Lust lernen und schaffst es entspannt, alle Themen unterzubringen in der Zeit, die du hast.

Du brauchst Hilfe beim Lernen?

Ich bin Lerncoach. Wenn Du individuelle Hilfe bei deinen Lernthemen brauchst oder Prüfungsangst hast, dann unterstütze ich dich gerne. Ich arbeite sehr viel mit Skype oder Zoom, so dass es egal ist, wo du wohnst.

Viel Erfolg beim Lernen wünsche ich Dir!

Astrid Brüggemann

Deine Lerncoach Astrid Brüggemann

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