Bayerndusel

Bayern-Dusel

Die Bayern sind berühmt für ihren Dusel. Vielleicht fragst du dich nun gerade, was Dusel ist? Hm, wie willst du Dusel haben, wenn du nicht weißt, was das ist?

Na gut, ich verrate es: Es ist sowas wie Massel. Bestimmt weißt du, was Massel ist: Das Gegenteil von Schlamassel.

Aber zurück zu den Bayern. Vielleicht hast du ja schon mal vom Bayern-Dusel gehört. Der bezieht sich leider nicht auf sämtliche Einwohner des Freistaates, sondern nur auf dessen Fußballmannschaft.

Dusel = unverdientes Glück?

Bayern-Dusel geht so: Die Bayern spielen in der Saison 2016/2017 gegen Hertha BSC und in der 96. Minute trifft Robert Lewandowski zum 1:1 und die Bayern holen ein Unentschieden raus statt zu verlieren.

2013/2014 gewinnen die Bayern 2:1 mit einem Tor von Thiago in der 92. Minute.

In der Saison 2011/2012 steht es zwischen dem FC Bayern und VfL Wolfsburg in der 90. Minute 0:0 und in der 91. Minute schießt Luiz Gustavo ein Tor, so dass die Bayern gewinnen.

Oder im DFB-Achtelfinale 2011/2012: Gegen den VfL Bochum gewinnen die Bayern mit einem 2:1 Siegtreffer in der 91. Minute.

Das sollte an Beispielen genügen, die Bayern und ihr Dusel sind wirklich berühmt. Mehr davon kannst du hier nachlesen.

Mögliche Gedanken in schwierigen Situationen

Schauen wir doch mal, was da dahintersteckt und was wir daraus lernen können.

Zu diesem Zweck mache ich nun etwas, was ich dir nur empfehlen kann, wenn du mal wissen willst, was hinter den Dingen steckt: Ich lehne mich zurück und schaue von oben auf das Ganze.

Negative Gedanken

Das Spiel ist eigentlich schon aus, eigentlich könnten sich die Bayern geschlagen geben und nach Hause gehen. Was will man in ein paar Sekunden Nachspielzeit noch rausholen? Ein Tor zu schießen dauert schließlich seine Zeit.

Das muss vorbereitet werden, die richtigen Leute müssen an der richtigen Stelle stehen und so ein Fußballfeld ist schließlich riesig groß. Bis man da von einem Ende zum anderen gelaufen ist, das dauert ewig. Und dann stehen einem auch noch die Spieler der gegnerischen Mannschaft im Weg. Da kann man sich doch die Mühe gleich sparen.

Schließlich ist man ja vorher schon 1 ½ Stunden lang hin und her gelaufen, das hält ja kein Mensch aus, das ist echt anstrengend, da wird man müde, das ist ganz normal, jeder hätte Verständnis dafür. Außerdem hat sich der Schiedsrichter sowieso gegen uns verschworen, das wird heute einfach nichts mehr.

Wir haben so einen negativen Lauf, wir machen beim nächsten Mal bei 0 wieder weiter, egal was wir anstellen, das wird heute eh nichts mehr. Eigentlich haben wir schon verloren, der Schiedsrichter pfeift ja gleich ab, da brauchen wir uns nicht mehr anzustrengen.

Unsicherere Gedanken

Werden sich die Bayern solche Gedanken gemacht haben? Oder vielleicht: Na gut, dann versuche ich es halt mal, ich kann ja mal probieren, noch mal mit dem Ball weiter nach vorne zu kommen.

Mal sehen, vielleicht wird ja doch noch was draus, könnte schon sein, aber man weiß es nicht… Ich hab ja nichts zu verlieren, wenn ich es noch mal versuche…

Hey, bei solchen Gedanken ist keine Kraft drin, die sind blass, mutlos und schwerfällig. Auf so eine Weise kommt kein Dusel zustande!

Wir kommen der Sache schon näher: Für Dusel braucht es mehr als reines Glück. Was ist dieses „mehr“, das man braucht, jenseits von Glück?

Gedanken, die das Glück erzwingen

Fragen wir doch einfach die Bayern selber, was sie sich in solchen Situationen denken: An den Sieg glauben, immer weiter, immer weiter, das entscheidende Tor in der 89. Minute, das schaffen wir! Mein Akku ist zwar leer, aber die letzte Kraft für diesen Sprint nach vorne bringe ich noch auf.

Ich werde den einen Schritt schneller am Ball sein als mein Gegner und werde das entscheidende Tor machen. Der Gegner rechnet nicht damit, dass ich noch diese Kraft aufbringe, das Überraschungsmoment gehört mir! Das Spiel ist erst nach dem Schlusspfiff aus und keine Zehntelsekunde früher.

Oliver Kahn meint dazu: „Aus der Tradition des FC Bayern heraus haben wir gute Nerven. Es gibt kein Glück, man muss es erzwingen.“ Die Spieler bekommen das Selbstvertrauen geradezu eingeimpft.

Der Sportphilosoph Reinhard K. Sprenger sagt: „Ungefähr ab der 85. Minute greift die enorme Erfolgszuversicht der Bayern-Spieler. Und in gleichem Maße schrumpft sie bei den Gegenspielern.“

Wie kann man das Glück erzwingen? Wie kann man dafür sorgen, dass man in Prüfungen oder anderen Situationen, in denen es darauf ankommt, das Beste zu geben, auch tatsächlich das Beste gibt?

Mit vollem Zugriff auf die eigene Stärke, auf das gelernte Wissen und die eigenen Fähigkeiten? Wie schafft man es, zu 100% an sich zu glauben und sich nicht dem Selbstzweifel hinzugeben, sondern immer auf die Reservekraft zu vertrauen, die bei Erschöpfung noch nicht mal angetastet ist?

Wie kann man das Glück auf die eigene Seite bekommen und Dusel haben?

Mentales Training in der Mentalen Muckibude

Es gibt viele Wege, die nach Rom führen. Ich möchte dir hier eine sehr machtvolle Möglichkeit vorstellen: Mentales Training.

Im Grunde tut das jeder, jeden Tag. Täglich trainieren wir unser Gehirn durch die Gedanken, die uns durch den Kopf gehen. Entscheidend ist, ob wir Gedankenhygiene betreiben, so wie wir jeden Tag Zähne putzen und nicht nur einmal im Jahr unter die Dusche steigen.

Jeder Gedanke, den ich denke, hinterlässt eine winzige Spur im Gehirn. Nachdem das Gehirn zwar nur 3% unserer Körpermasse ausmacht, aber 20% der Energie frisst, ist es ein Energiesparer.

Unser Gehirn liebt es, eingetretenen Pfaden zu folgen. Das ist ein Nachteil, wenn wir nicht auf unsere Gedanken achten und dadurch immer träger werden und immer mehr gegen unseren inneren Schweinehund ankämpfen müssen.

Denke, was dich weiter bringt!

Das ist ein Vorteil, wenn du auf deine Gedanken achtest! Was willst du über dich denken? Was willst du über eine bevorstehende Prüfung denken, wie soll sie ablaufen? Male dir in den schillerndsten Farben aus, dass du in der entscheidenden Situation cool und gelassen bleibst.

Rede immer wieder mit dir auf eine Weise, die dich die Kraft spüren lässt, die in dir steckt. Wenn du diese Kraft noch nicht entdeckt hast oder zweifelst, ob in dir so etwas wie eine Kraft steckt, dann überlege dir, wie du dich fühlen willst, wenn es drauf ankommt! Tue das täglich.

Überlege dir einen Moment in deinem Tagesablauf, der gut dafür geeignet ist. Dann widme dich deinen Gedanken und denke voller Zuversicht und Selbstvertrauen. Lass nicht zu, dass Zweifel kommen und wenn du Zweifel bemerkst, dann nimm sie wahr und lass sie weiterziehen. Halte nichts fest, was dir nicht gut tut.

Denke, wer du sein willst!

Halte dich an das, was dir Kraft schenkt und Selbstvertrauen und Zuversicht. Das impfe dir selber täglich ein! Sage zu dir Sätze, die zu deinem besten Freund oder deiner besten Freundin sagen würdest.

Vielleicht so etwas wie: „Bleib dran, du schaffst das. Sei ganz ruhig und spüre die Kraft, die du schon so oft gezeigt hast. Auch wenn man was daneben geht, das ist egal. Wichtig ist, dass du weiter machst, immer weiter. Glaube an dich, du hast es verdient!“

Wenn du täglich solche Sätze zu dir sagst, dann wird der Bayern-Dusel auch zu dir kommen. Du wirst Situationen meistern, die dir früher schrecklich schwer schienen. Du wirst gestärkt daraus hervorgehen und dich freuen, was für ein Glück du mal wieder hattest.

Das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

Deine Mentaltrainerin Astrid Brüggemann

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